Sepharad al-Andalus Auf der Suche nach ewigen Träumen Sepharad und Al-Andalus –
Der jeweilige hebräische und arabische Name für die iberische Halbinsel steht
für das friedliche Miteinander von Christen, Juden und Muslimen im
mittelalterlichen Spanien und Portugal. 700 Jahre waren die Araber in Andalusien - bis sie sich schliesslich 1492 zurückgezogen und ihr letztes Reich, die Stadt Granada, aufgegeben haben. Zu dieser Zeit wurden auch die iberischen Juden verfolgt und letztendlich von der Halbinsel vetrieben. Doch die 700jährige gemeinsame Geschichte des Zusammenlebens und kulturellen Austauschs hat ihre Spuren stark hinterlassen. So wird z.B. noch in den Synagogen von Amsterdam und in der griechischen Stadt Thessaloniki auf Ladino gebetet und gesungen - eine Mischung aus mittelalterlichem Spanisch und Portugiesisch. Auch wird in manchen jüdischen Kreisen im Nahosten behauptet, die alte Familien sephardischen Ursprungs hätten noch den alten Schlüssel ihrer mittelalterlichen Wohnungen behalten - als Symbol für das einst verlorene Land, aber auch für die endlose Hoffnung auf Wiederkehr besserer Zeiten. Und was die portugiesische Melancholie betrifft, ist die sinnliche arabische Sehnsucht immer noch sehr deutlich zu erkennen.
In diesem Konzert
erklingen verschiedene Elemente der jüdischen, christlichen und muslimischen
Tradition: sinnliche Lieder israelischer Komponisten, Vertonungen uralter
jüdischer Gebete, arabische und persische Poesie und
das noch lebende Erbe Sepharads und Andalusiens in der europäischen Musik. In allen diesen Werken
strahlt die Sehnsucht nach der verlorenen iberischen Mischgesellschaft, die Verschmelzung
von Orient und Okzident, die Hoffnung auf eine neue und tolerante Welt, und vor
allem der ewige, nie aufgegebene Traum von Frieden. Es erklingen u.a. Lieder von Paul Ben-Haim, Yehezkel Braun, Manuel de Falla und Maurice Ravel, und Texte von Al-Thurthusi, Al-Mut'amid Ibn Abbad, Solomon Ibn Gabirol, Hafiz, Djami und Rumi. |
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